SV Turm Lahnstein

Schach am Rhein-Lahn-Eck

Die DJEM 2019 ist zu Ende

David Meuer spielte eine sehr starke Deutsche Meisterschaft und in der letzten Partie fehlte nicht viel um diese Leistung noch zu toppen. Dazu später.

Die ersten beiden Runden wollte ich noch zu Hause verfolgen, in denen David leider knapp ein Livebrett verfehlte. Ich schaue mir aber immer wieder gerne viele andere Spiele und freue im auf die Übertragungen, aber Pustekuchen, nach 30 Minuten bewegt sich nichts mehr. Das wird auch die nächsten Runden nicht besser. Es wurde berichtet, dass der Deutsche Schachbund eine Serverwartung während des Wochenendes durchgeführt hat und die wohl zu Problemen geführt hat. Ich gehe von aus die Deutsche Schachjugend hat sich für diese Fürsorge entsprechend bedankt.

Obwohl weit unten gesetzt kann David die erste Runde ausgeglichen gestalten und überraschend ein Remis gegen Felix Reichmann/Berlin mitnehmen. Naja es war sogar mehr drin. In der folgenden Stellung hat Weiß alle schwarzen Drohungen im Griff und vielleicht kann er mit seinem freien Turm auf Bauernfang gehen oder einen entfernten Bauern auf die Reise schicken. Sein Gegner spielt überraschend 25.Tf3 und hofft auf Mattdrohungen. Scheinbar sieht er das Unheil und schiebt ein Remisangebot hinterher. David nimmt nach 20 Minuten an. Nach 26.gxf3 Dxf3 kann Schwarz einfach mit 27.Txe4 die Qualität zurückgeben und eine Mehrfigur behalten:

In der zweiten Runde ist der letztjährige Deutsche Meister U10 vielleicht zu stark, Davids etwas zu passive Herangehensweise sieht zwar lange ganz OK aus, der Favorit gewinnt aber irgendwann einfach einen Bauern und recht sicher die Partie. Die nächsten beiden Runden darf ich dann in Willingen mitverfolgen. Beide verlaufen recht ähnlich. Nach wechselvollem Verlauf gerät David in schwierige Stellungen. In beiden Partien ging er denke ich lange auch etwas zu passiv heran. Erst mit dem Rücken zur Wand wirft er seine Figuren nach vorne und mit viel Geschick, aber auch ein wenig Mithilfe der Gegner, enden beide Partien im Dauerschach. Seinen Vater frage ich, ob er schon ein wenig das tolle Freizeitangebot annehmen konnte. Immerhin wird hier sehr viel für die Kinder angeboten. Neben einem Indoorsoccerfeld gibt es jede Menge professionelle Tischtennisplatten, Badminton, ein reichhaltiger Spieleverleih…… Daneben bietet Willingen wirklich viele Möglichkeiten sich zu entspannen, die meisten in unmittelbarer Nähe zum Sauerlandstern. Hier möchte ich das Lagunenbad, ein Kino, Eislaufhalle, Sommerrodelbahn, ein 3D Minigolfplatz und die Seilbahn nennen. David kam aber lediglich zum Schach spielen an den ersten 3  Tagen. Das geht sicher vielen so. Aus Sabrinas Berichten weiß ich, dass man an dem ersten freien Nachmittag (dienstags) dann doch das ein oder andere nutzen kann. Danach steht aber erstmal der letzte Doppelspieltag für die Jahrgänge ab U12 an. David muss gegen Anton Paul Kageler von Roter Turm Halle morgens spielen. Der wohl vorbereitete Franzose befindet sich lange im Ausgleich. Beim Übergang ins Endspiel gewinnt David einen Bauern. Es war sicher nicht einfach den zu halten und so findet David keinen Plan, Remis. In der Nachmittagsrunde kommt es zum Rhl-Pfälzischen Lokalderby gegen den Frankenthaler Michael Schreidl. David kann mit einer überzeugenden Leistung seinen ersten Sieg einfahren und rückt erstmals in der 7.Runde auf ein Livebrett vor. Hoch motiviert geht er auch die 7.Runde gegen Maximilian Müller aus Eppelborn/Saarland an. In einer umkämpften Partie kann er zunächst einen und mit geschicktem Tempieren einen weiteren Bauern gewinnen. In der entstandenen Stellung überlegt man wie es weiter gehen soll und auch Houdini findet zunächst keine Lösung.

Durch die Mitte ist nichts wollen und so wandere ich auf den Damenflügel und auf einmal ist es recht einfach. Entweder der Gegner lässt mich nach c5 mit dem König und ich gewinne den Blockadebauern auf d5 über La6 und ziele auf Lg8 was Schwarz nicht vermeiden kann. Wenn er aber mir aber das Feld c5 mit Kd6 oder Kb6 versperrt zieht mein Läufer auf a8 und als nächstes opfere ich meinen Bauern mit c7 um d5 zu bekommen. Die verbundenen Freibauern sollten den Sieg bringen. Das habe auch ich lange nicht so gesehen, aber als Weißer muss man einfach mal den Marsch auf die andere Seite unternehmen. David gibt aber 2 Bauern und versucht mit einem durchzukommen. Das theoretische Bauenendspiel ist leider Remis und es war nicht zu erwarten, dass hier noch ein entscheidender Fehler passiert.  In der Vorschlussrunde spielt David eine sehr überzeugende Partie gegen  Joachim Morczynski/SK Zehlendorf. In einer dynamischen Eröffnung in der sicher auch viel Andrej Dubkov (Unser ehemaliger Spitzenspieler, der immer noch Vereinsmitglied ist, war während der DJEM sein Trainer.) drin ist, erspielt sich David zunächst viel Raum am Damenflügel und mit der flexiblen Figurenstellung geht er dann mit Hilfe eines Qualitätsopfers auf den König los.  Das hier zu sehende 21.Sc7 hat David zugelassen und sein Gefühl gibt ihm Recht nach 21.Txc7 22.Lxc7 und Dc6 muss Weiß entweder Material geben oder einen furchtbaren Angriff mit Lxg2 zulassen. David bekommt sein Material mit Zinsen zurück und nach 24 Zügen gibt der Berliner auf. In der letzten Runde wartet die Nr.2 der Setzliste Marius Deuer aus Ulm. Vor wenigen Wochen hätte ich noch nicht gedacht, dass David hier mithalten kann, aber die Partie ist lange sehr ausgeglichen. Der Favorit setzt hier mit 43.Le3 den vielleicht letzten möglichen Gewinnversuch an. David, schon mit knapper Zeit, musste nun das eiskalte Dxe5 spielen. Lxf2 wird eher zum Bumerang und auf Versuche des schwarzen Königs aus der Fesselung zu kommen kann man ohne Gefahr auf f6 mit dem Turm schlagen. David spielt jedoch  sofort Txf6?, Abtausch ist unter Druck oft die gängige Entlastung, hier jedoch führt es direkt zum Partieverlust.

David kommt auf Platz 30 von 58 Teilnehmern und kann seinen Setzranglistenplatz um 15 verbessern!  Seine DWZ steigert er um 76 Punkte und liegt jetzt bei 1656! Besonders hat mir gefallen, dass er im Laufe des Turniers zu dynamischen Schach gefunden hat, nachdem er zu Beginn noch eher ängstlich agiert hat. Ich hoffe er wird diese wertvolle Erfahrungen nutzen um weiter an sich zu arbeiten und vielleicht werden wir mal wieder mit ihm bei einer DJEM zittern können.

Sabrina war das erste Mal als Trainerin dabei und konnte hoffentlich ihren Schützlingen etwas vermitteln. Die Spielerin in der U16w Helena  konnte sie einige sehr aussichtsreiche Stellungen in der Mitte des Turniers mitgeben, die diese leider nicht verwerten konnte. Johanna aus Heidesheim begann stark, vergeigte eine Partie, nachdem sie die Konzentration nicht halten konnte, ein einzügiges Matt nicht sah und dann noch in ein Eigenmatt lief. Danach war sie ein wenig raus. Das talentierte Mädchen hat aber noch ein Jahr in der U10 und alle Möglichkeiten sich deutlich weiter vorne zu platzieren. Immerhin gewinnt auch sie ein paar Punkte dazu. Ryanna aus Landskrone kam mit 50% auf einen sehr guten 24.Platz und kann sich um 12 Plätze verbessern!

Nach vielen mauen Jahren war es 2018 Theresa vom VFR, die die Medaillenflaute für Rhl-Pfalz beendete. Dieses Jahr hatte sie leider mehr mit ihrer Gesundheit als mit den Gegnern zu kämpfen. Lange sah es für viele Rheinland-Pfälzer gut aus, aber hinten raus ging doch einigen die Luft raus. Nur Lucas Foerster-Yialamas aus Frankenthal konnte mit einem ganzen Punkt Vorsprung die U12 gewinnen. Ab 1.7. spielt er für Hessen, was wohl für ein wenig Verwirrung sorgte.

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