SV Turm Lahnstein

Schach am Rhein-Lahn-Eck

Rheinlandmeisterschaften 2015 in Nickenich. Erstes Wochenende: Schöner Samstag, Verregneter Sonntag

image3Mit den Jugendlichen Elsin, Niklas, Sabrina, Tim und Vereinsmeister Friedhelm sind in Nickenich 5 Teilnehmer aus Lahnstein am Start. Insgesamt 63 Teilnehmer im Hauptfeld, dazu noch 4 Meister/Meisteranwärter- und das Seniorenturner.

Für uns ging es mit einer dicken Überraschung los. Niklas Herbel gegen Thomas Riedel, der seine Wertung in den letzten Monaten stark verbessern konnte. Niklas läuft in das typische F7-Opfer im Zweispringerspiel rein. Das sollte eigentlich nicht mehr passieren. Danach verteidigt er sich zäh und nach einem ungenauen Zug muss Thomas weiteres Material reinstecken um den Angriff am Leben zu halten. Niklas hat aber jetzt alles im Griff, gibt eine Figur gegen Damentausch zurück und schiebt den restlichen Materialvorteil sicher nach Hause. In der zweiten Runde gegen Altmeister Valerie Melnikov trotz Kampfes ohne Chance.

Elsin Smakic spielt leider immer noch viel zu schnell und denkt leider zu wenig an die Möglichkeiten seines Gegenübers. Er zieht eine Figur und nach der naheliegenden Antwort muss er einfach wieder zurück. So kommt er nach der Eröffnung in eine gedrückte Stellung. Seine Gegnerin nutzt die erst bietende Gelegenheit und gewinnt die Qualle für einen Bauern. Die Stellung wird aber aufgerissen und beide Könige stehen unsicher. Die Stellungen waren jeweils reif für Studien, doch Elsin zieht fast immer reflektionsartig. Irgendwann übersieht er etwas ganz einfaches. Schade da war doch viel mehr drin. In Runde 2 überspielt er Nikita Kirsch völlig. Hat Mehrfigur und einige Bauern, Chancen auf Matt und Generalabtausch, alles übersehen und dann vieles wieder einfach hergeben. Am Ende bleibt im Dame-Turmendspiel ein Mehrbauer übrig, den der Gegner unter Kontrolle hat. Es ist zum Haare ausreißen. Jetzt aber greift Nikita daneben, vernachlässigt kurz den Bauern und der ist nicht mehr aufzuhalten. Spannendes Spiel, der Trainer hätte aber gerne weniger Aufregung.

Sabrina im Meisteranwärterturnier mit einem sicheren Sieg gegen die Nummer 8 (hier treten 8 Spieler im Modus ‚jeder gegen‘ jeden an), in Runde 2 läuft sie in eine Nebenvariante im geschlossenen Sizilianer gegen die Nummer 1 und wird überspielt, ärgerlich aber verkraftbar.

Tim Ronge an Nummer 4 im Hauptfeld gesetzt lässt 2 x nichts anbrennen. Die ersten Ungenauigkeiten werden sofort ausgenutzt, danach der Sieg mühelos nach Hause geschoben.

Und dann noch Friedhelm. Nach sicherem Sieg in Runde 1, übersieht er danach eine Massengabel. Er ist so überrascht, dass er an der Stellung zweifelt, aber alles ist richtig. Laut eigenen Angaben ist er noch heilfroh, dass der Springer ja nur einmal schlagen kann. Er kämpft danach noch lange aber vergebens.

Insgesamt ein toller Samstag und ich war sonntags voller Vorfreude auf weitere Erfolge, aber es sollte doch ein wenig bitter werden. Auf der Hinfahrt ist Friedhelm ständig hinter mir und am Ende vor mir. Hat er Formal-Eins Training gesehen und war sehr motiviert oder ich die falsche Ausfahrt genommen? Der Gewinner des Leserquiz darf mir beim nächsten Autowaschen helfen. Antworten bitte per Mail an mich.

Elsin entzieht einer angegriffenen Figur schon früh freiwillig die Deckung, der schlagende Springer freut sich dann noch auf eine Gabel. Niklas kommt in umkämpfter Stellung auf die Idee, die Bauern vor seinem eigenen König vorzurücken. Ich wunderte mich schon wie es der Gegner geschafft hat die H- und G-Linie frei zu räumen. In der Analyse wurde es klar. Niklas selbst hat es vollbracht, fast schon ein Selbstmatt. Tim kommt mit Boris Busov nach eigenen Angaben wohl nicht gut zurecht, ist es in wenigen Wochen gegen diesen die 2.Niederlage. Er hat schon früh Probleme und muss einen Bauern nach dem anderen geben. Mit zwei Punkte aber noch in Kontakt zur Spitze. Friedhelm gegen Theresa Reitz etwas ideenlos und seine Bemühungen auf dem Königsflügel laufen fest und auf der anderen Seite spielt eher die Gegnerin. So muss er ins Remis einwilligen. Sabrina könnte den Tag noch rausreißen. Sie überspielt Rüdiger Matriciani mit tollem Spiel völlig und nach 40 Zügen ist der kurz vor der Aufgabe. Das Doppelturmendspiel mit 5 guten gegen 3 schwache Bauern ist glatt gewonnen. Jetzt beginnt sie sich, Gegner und mich zu quälen überlegt minutenlang an eigenartigen Zügen, dabei gab es viele einfache Möglichkeiten das Spiel zu entscheiden. Die Zeit läuft ab und die Stellung wird etwas schwieriger, jedoch ist der Vorsprung so groß das die Stellung bis zum Schluss gewonnen ist. Mit unter 2 Minuten gibt sie das immer noch gewonnene Turmendspiel Remis, dabei reichten 2 genaue und nicht so schwere Züge für den letzten Bauern durchzubringen. Wir sind nun beide geschafft.

Insgesamt war ich mit allen Jugendlichen nicht unzufrieden und bin auf das 2.Wochenende gespannt.

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